Orientierungslosigkeit, Ängste, Rückzug und Verhaltensauffälligkeiten sind häufig die Folge. Es erscheint ihnen immer weniger möglich, selbstbewußt ihre Rolle in der Gruppe zu finden, sich an Regeln zu halten und ihre Kompetenzen zu erkennen und einzubringen. Häufig ist Leistungsverweigerung, Rückzug und/ oder gesteigerte Aggression die Folge. Kinder/ Jugendliche aus einem schwierigen, sozialen Umfeld haben zu dem oft kaum Möglichkeiten, ihre Kompetenzen und Ressourcen zu erkennen und zu entwickeln.

Um diesen Kindern/ Jugendlichen wieder eine Perspektive für sich aufzuzeigen, Selbstbewußtsein zu entwickeln, ihre Fähigkeiten und ihre Kreativität zu entdecken, ist erlebnispädagogisch orientierte Gruppenarbeit und intensive Beziehungsarbeit eine Möglichkeit, diese Kinder wieder in den Schulalltag zu integrieren. So werden sie befähigt, Regeln einzuhalten, dem Leistungsdruck stand zu halten, sich in den Schulalltag zu integrieren und sich positiv mit einzubringen. Schule und Lehrer alleine können dies kaum noch bewältigen.

In der erlebnispädagogisch orientierten Gruppenarbeit geht es vorrangig um konkrete und gemeinsame Erfahrungen. Es geht dabei nicht um gut oder besser, gewinnen oder verlieren, sondern um das kooperative Verhalten innerhalb des Gruppenverbandes. Dies soll gefördert werden.

Den Kindern/ Jugendlichen soll klar werden, dass jedes Mitglied die Gruppe trägt, sich mit seinen Fähigkeiten ( egal, wo diese liegen mögen) einbringt und somit diese unterstützt. Im Gegensatz dazu wird jedes Mitglied von der Gruppe unterstützt und von ihr gehalten. Jeder ist auf den anderen angewiesen, so dass das soziale Verhalten geschult und verändert werden muss, um das gesetzte Ziel zu erreichen. Die Verantwortung sowohl für sich und die eigenen Entscheidungen, als auch für die anderen Teilnehmer spielt eine große Rolle. Nur wenn einer den anderen ( be-) achtet, können Lösungen gemeinschaftlich erarbeitet und Konfliktsituationen glimpflich gelöst werden. Gemeinsam in einer Gruppe Ziele zu verfolgen und Lösungen zu erarbeiten, die Kreativität und Kompetenz jedes einzelnen Gruppenmitglieds für die gemeinsamen Ziele einzusetzen, Hand in Hand die gestellten Aufgaben zu schaffen, soll in diesem Seminar vermittelt werden.

 

Inhalte:

Die Aufgaben der erlebnispädagogischen Aktionen sind so gestaltet, dass eine Verbesserung der Selbsteinschätzung möglich ist. Die erfolgreiche Bewältigung einer  gemeinsamen, schwierigen Aufgabe hilft den Kindern/ Jugendlichen, eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entdecken. Somit fällt es ihnen leichter, einen Platz in der Gruppe zu finden und diesen einzunehmen. Viele  bekommen von ihren Altersgenossen nur negative Zuwendung, indem sie, vielleicht wegen ihres Äußeren, gehänselt oder bloßgestellt werden. Die Jugendlichen glauben mit der Zeit wirklich, dass sie schlechter oder minderwertig sind. Ihr Selbstwertgefühl sinkt. Dadurch, dass Problemlösungen bei erlebnispädagogischen Aktionen Kraft und Köpfchen erfordern, können sie ihre Fähigkeiten so einbringen, dass die Gruppe unterstützt wird. Zum Erreichen des Zieles beigetragen zu haben und die Anerkennung der anderen stärken das Selbstbewusstsein.

Folgende Aktionen beinhaltet die Gruppenarbeit:

  • Klettern im Freien und an der Kletterwand unter professioneller Anleitung
  • Spiele, Sport und Aktionen am Strand
  • Kanu fahren
  • Arbeiten mit verschiedenen Werkstoffen, u.a. Holz, Ton
  • Themenspezifisches Erarbeiten und Erstellen eines Videos, Reportage
  • gemeinsames Kochen
  • Lampenbau mit verschiedenen Materialien
  • Abschlußfahrt

            u.a.

Methoden:

  • Erlebnispädagogische Aktionen, zielorientiert
  • Gemeinsames Erarbeiten und Einhalten von Regeln
  • Mitbestimmung und Mitgestaltung
  • Konfrontativ
  • die Gruppe erarbeitet Konsequenzen bei Fehlverhalten
  • paritätisch besetztes Team von Pädagogen
  • intensive Beziehungsarbeit
  • demokratischer, partnerschaftlicher Führungsstil der Teamer
  • Stärkenanalyse- körperliche und handwerkliche Aufgaben bewältigen
  • Konfliktlösungsstrategien
  • Gruppengespräche
  • Reflexionsgespräche

            u.a.

Ziele:

Dem Reden über Erfahrungen sollen unmittelbare Erfahrungen und persönliches Erleben entgegengesetzt werden- „learning by doing“.
Einen weiteren wichtigen Raum nimmt das Prinzip Mitgestaltung und Mitbestimmung ein. Die Kinder/ Jugendlichen sind aufgefordert, ihre Bedürfnisse zu erkennen, zu planen und umzusetzen. So wird ihre Kreativität gefordert, der Lernerfolg ist wesentlich höher.

Hinzu kommen:

  • eigene Ressourcen erkennen und anwenden
  • Orientierung schaffen
  • Verantwortung für sich und andere übernehmen
  • eigene Grenzen und die anderer erkennen und annehmen
  • Selbstachtung und Selbstakzeptanz
  • freundlicher, respektvoller Umgang miteinander
  • Selbstvertrauen entwickeln
  • durch gemeinsames Erleben Ich- Stärkung
  • Wahrnehmung schulen
  • Stärkenanalyse
  • Rolle in der Gruppe erkennen
  • Vertrauen entwickeln, Verantwortung übernehmen
  • eigene Verhaltensweisen überdenken und verändern
  • Grenzerfahrungen machen, sich ausprobieren

            u.a.

Rahmenbedingungen:

erlebnispädagogische Aktionen und Trainingseinheiten in der Schulwerkstatt oder im Freien

Teilnahmealter:      Altersgruppe Klasse 5- 6

Gruppenstärke:     10- 12 Kinder/ Jugendliche, paritätisch besetzt

Dauer:                    Schulhalbjahr

Kurstreffen        20 Treffen, wöchentlich jeweils 2 Zeitstunden im Mittagsbereich, eine ganztägige  Abschlußfahrt

Leitung/ Teamer:  zwei pädagogisch geschulte und ausgebildete Trainer/  innen paritätisch besetzt


Leistungsumfang:

  • 2 Trainer/ in
  • 40 Zeitstunden Arbeit mit der Gruppe
  • ca. 40 Std. Vor- und Nachbereitung ( Planung, Dokumentation, Teamgespräche, Elternabend, Elterngespräche )
  • Werkzeuge ( soweit in der Schulwerkstatt nicht vorhanden), Werkstoffe, sonstige Arbeitsmaterialien, Fahrtkosten, Kosten für Nutzung von Kanus, Klettergeräten, Getränke, Videokamera/ -material, Verpflegung u.s.w.
  • eine ganztägige Abschlußfahrt

… für weitere und nähere Infos, rufe sie uns an!